Berufliche Weiterbildung "Ganzheitlich-Kreative Tanzpädagogik"
Inhalte

Inhalte und Ziele der Ausbildung

Das Gerüst der Ausbildung beruht auf der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit der Bewegungslehre nach Rudolf von Laban. Diese Bewegungslehre orientiert sich an natürlichen körperlichen und physikalischen Gegebenheiten und nutzt die vorhandenen Ressourcen des Menschen zur kreativen Gestaltung von Tanz und Bewegung.

Rudolf von Laban war Choreograph, Tänzer und einer der ersten und bedeutendsten Tanzpädagogen des 20. Jahrhunderts. Er suchte in seiner Arbeit nach Möglichkeiten, mit Tanz zu einem natürlicheren Körper- und Bewegungsausdruck zurückzukehren. Ganzheitliches Erleben und Freude und Selbsterfahrung im Tanz waren Labans zentrales Anliegen. Sein Bestreben war, diese Ansätze mit der Ganzheit der menschlichen Bewegung in Zusammenhang zu bringen und räumliche, körperbezogene und dynamische Aspekte der Bewegung und ihr Zusammenwirken zu untersuchen.

So entwickelte er in umfassenden Studien die Labansche Bewegungslehre.

Laban stellte in seiner Arbeit mit professionellen Tänzern und Laien fest, dass kreatives Potenzial in jedem Menschen vorhanden ist und dass das Schöpferische nicht nur eine Eigenschaft besonders Begabter ist. Er entwickelte eine Form der Tanzvermittlung, die die individuellen Voraussetzungen jedes Einzelnen berücksichtigt, und die selbst körperlich eingeschränkten Personen erlaubt zu tanzen.

Der Kreative Tanz bietet nicht nur das Suchen und Finden einer Ausdrucksmöglichkeit, sondern auch das Finden einer Form. Das Wort Tanz besagt in diesem Zusammenhang, dass ein Einfall oder eine gefundene Idee körperlich dargestellt und mitgeteilt wird. Diese Ausdrucksform integriert den ganzen Menschen.

So wird der bewegliche Körper, der sonst meist nur zur Fortbewegung genutzt wird, ein Instrument, das es erlaubt, die Erfahrungen des Geistes aus der äußeren Welt und die der Seele aus der inneren Welt auszudrücken und über die tänzerische Gestaltung bewusst nach außen zu bringen. Diese tänzerische Gestaltung wirkt wieder zurück auf Seele und Geist.

Der kreative Tanz lebt nicht von fixierten Bewegungsabläufen, sondern von der Kreativität und Schöpferkraft des Tänzers.

Die Ziele des kreativen Tanzes bestehen zusammengefasst darin:

  • Seinen eigenen Körper als Instrument des Tanzes zu entdecken, wahrzunehmen und auszubilden.
  • Mit diesem Instrument zu spielen und Erfahrungen der inneren und der äußeren Welt damit auszudrücken.
  • Sich mit den eigenen Bewegungen einem Partner oder der Umwelt mitzuteilen, sich mit einer Gruppe durch Bewegung auseinander zu setzen und sich dabei verstanden und akzeptiert zu fühlen.                          

Jede/r TeilnehmerIn lernt während der 20 Monate alle wichtigen theoretischen Inhalte des Labanschen Tanzkonzeptes kennen, um auf diesem Hintergrund später fundiert und sicher die unterschiedlichsten Gruppen im Kreativen Tanz unterrichten zu können.

Ganzheitliches Lernen und die Verknüpfung von Theorie und Praxis liegen dem Konzept zugrunde, so dass sich theoretisches Wissen durch praktisches Tun, Selbsterfahrung und Experimentieren mit dem Unterrichtsstoff automatisch einprägt und festigt. Zur Vermittlung des Lernstoffes fließen u.a. verschiedene Techniken aus NLP, Kinesiologie und andere Verfahren des ganzheitlichen und gehirngerechten Lernens mit ein.

Individuelle Erfahrungen der TeilnehmerInnen sind in der Ausbildungszeit ebenso wichtig wie das Erleben in der Gruppe. Wir gehen von der Idee aus, dass jeder, der Gruppen leitet, einmal selbst intensive Gruppenerfahrung gemacht haben sollte, und die Themen Gruppenprozesse, Gruppenphasen und entsprechendes pädagogisches Vorgehen sind ein wichtiger Grundstein der Ausbildung. Deshalb ist die Bereitschaft der Einzelnen, sich auf diese Prozesse einzulassen und sich selbst in die Gruppe einzubringen, von großer Bedeutung.


Praktische Ausbildungsthemen sind z.B. …
… Seminaraufbau in Theorie und Praxis, Grundformen der Bewegung, Raum- und Zeiterfahrung, Bewegungserziehung und ganzheitliches Körperbewusstsein, Raummotive, Raumebenen, Körperebenen, Rhythmus- und Antriebslehre, Entwickeln von Choreografien aus Texten, Bilderbüchern u.ä., Entwickeln von Tanzsequenzen aus dem persönlichen Erleben, Ausdruckstanz, Malen und Kreatives Gestalten in Verbindung mit Tanz, Rhythmus, Atem und Stimme, spirituelle Themen, Ritueller Tanz, Meditativer Tanz etc.

Pädagogische Inhalte sind  u.a. …
… methodisch-didaktische Vorgehensweisen in der tanzpädagogischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Gruppenphasen, Gruppenführung, Methoden der Bewegungsanleitung, Gesprächsführung und deren zielgruppenorientierte Anwendung.

Durch die Selbsterfahrung und die eigene theoretische sowie praktische Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsstoff lernst du im Laufe der Ausbildung, deine eigenen motorischen, tänzerischen, kreativen, methodisch-didaktischen und persönlichen Kompetenzen zu erweitern. Die enge Verzahnung von theoretischem Fachwissen und dem persönlichen Erfahren und Erarbeiten der Lerninhalte durch praktisches Tun gewährleisten eine intensive Verinnerlichung des Lernstoffes.

Wesentliches Ziel der Ausbildung ist die Herausbildung deines eigenen tänzerischen und tanzpädagogischen Stils, der deine individuellen körperlichen, seelischen und kreativen Voraussetzungen bzw. Interessen  mit einbezieht. Im Vordergrund steht hier nicht primär Leistungsorientierung, sondern vielmehr Spaß am Tanz, Entdecken deiner eigenen Ressourcen sowie Gruppen- und Selbsterfahrung im tanzpädagogischen Kontext.

Die Teilnehmer haben im Laufe der Ausbildung zum einen die Möglichkeit, eigene bisher gemachte  Tanz- und Bewegungserfahrungen zu reflektieren, zu verfeinern und in die Ausbildung zu integrieren.
Zum andern geht es darum, neue künstlerische und tänzerische Begabungen und Neigungen zu entdecken, diese weiter zu entwickeln und somit zu einem authentischen tanzpädagogischen Arbeiten zu finden.

Weitere Ausbildungsinhalte sind …

  • Kenntnisse von Methodik und Didaktik der Tanzpädagogik in Theorie und Praxis
  • Kennen lernen bedeutender Vertreter der Tanzpädagogik und deren Konzepte
  • Einblicke und kreativer Umgang mit den grundlegenden Elementen von Bewegung und Tanz (z.B. Körper, Kraft, Fluss, Zeit , Raum etc.) nach der Bewegungslehre von Rudolf von Laban
  • Selbsterfahrung der Bewegungslehre im Tanz als Grundlage für späteres tanzpädagogisches Handeln 
  • Auseinandersetzung und Selbsterfahrung mit Gruppenarbeit und Gruppendynamik
  • Förderung der eigenen Kreativität, Tanzfreude und Phantasie 
  • Erweiterung der eigenen motorischen und tänzerischen Kompetenz durch die praktische Erfahrung verschiedener Tanztechniken 
  • Verbindung von Kreativem Tanz mit anderen Ausdrucksmöglichkeiten wie Malerei, plastischem Gestalten u.ä.
  • Tanz in Kombination mit Stimme und Gesang, Verwendung von Rhythmus- und Orffinstrumenten und anderen musikalischen Medien 
  • Tanz mit Alltagsgegenständen 
  • Tanz mit „klassischen“ Medien wie Rhythmiktüchern, Reifen, Rhythmikstäben ... , 
  • Kennen lernen verschiedener Möglichkeiten von tänzerischer Gestaltung und Choreografie 
  • Reflexion der eigenen tanzpädagogischen Praxis

Am Ende der Ausbildung bist du in der Lage, selbstständig tanzpädagogische Lehrveranstaltungen, Projekte und Kurse mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen durchzuführen.

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