Berufliche Weiterbildung "Ganzheitlich-Kreative Tanzpädagogik"
Inhalte

Inhalte und Ziele der Ausbildung
Grundlagen: Die Arbeit von Rudolf von Laban

Das Gerüst der Ausbildung beruht auf der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung mit der Bewegungslehre nach Rudolf von Laban. Diese Bewegungslehre orientiert sich an natürlichen körperlichen und physikalischen Gegebenheiten und nutzt die vorhandenen Ressourcen des Menschen zur kreativen Gestaltung von Tanz und Bewegung.

Laban war Choreograph, Tänzer und einer der ersten und bedeutendsten Tanzpädagogen des 20. Jahrhunderts. Er suchte in seiner Arbeit nach Möglichkeiten, mit Tanz zu einem natürlicheren Körper- und Bewegungsausdruck zurückzukehren. Ganzheitliches Erleben und Freude und Selbsterfahrung im Tanz waren Labans zentrales Anliegen. Sein Bestreben war, diese Ansätze mit der Ganzheit der menschlichen Bewegung in Zusammenhang zu bringen und räumliche, körperbezogene und dynamische Aspekte der Bewegung und ihr Zusammenwirken zu untersuchen.

Laban stellte in seiner Arbeit mit professionellen Tänzern und Laien fest, dass jeder Mensch ein hohes Maß an kreativem Potential besitzt und dass das Schöpferische nicht nur eine Eigenschaft besonders Begabter ist.

Er entwickelte eine Form der Tanzvermittlung, die die individuellen Voraussetzungen jedes Einzelnen berücksichtigt, und die selbst körperlich eingeschränkten Personen erlaubt zu tanzen.


Weiterentwicklungen für dieses Ausbildungskonzept
Für die Entwicklung meines Ausbildungskonzeptes in Ganzheitlich-Kreativer Tanzpädagogik ist Labans Konzept die Grundlage und der Rote Faden, zu dem wir immer wieder zurückkehren. Verknüpft mit diesem Roten Faden habe ich im Laufe meiner eigenen tänzerischen Lebenserfahrung und durch meine nunmehr über 15jährige Erfahrung als Tanz- und Bewegungspädagogin ein eigenes Ausbildungskonzept gewebt, das die ganzheitlichen Aspekte der Körper-Geist-Seele-Erfahrung noch mehr in den Vordergrund rückt und alle Ebenen des menschlichen Seins miteinander verknüpft.
Die Ausbildung richtet sich bewusst ausschließlich an Frauen und berücksichtigt zum einen die speziellen Bedürfnisse als auch das große Potenzial, das in Frauenarbeit liegt. So bietet dir die Ausbildung eine Vielfalt an Erfahrungs- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die einerseits deine eigene Person mit all ihrem Potential bereichert und parallel dazu deine beruflichen Kompetenzen erweitert.

Du erlebst während der Ausbildung dass es möglich ist, in Bewegung und Tanz unzählige Wege zu dir selbst zu finden - zu deinem inneren Wesen und dem Kern, der dich wirklich ausmacht. So wird der bewegliche Körper, der sonst meist nur zur Fortbewegung genutzt wird, ein Instrument das es erlaubt, die Erfahrungen deines Geistes und deiner Seele auszudrücken und über die tänzerische Gestaltung bewusst nach außen zu bringen. Diese tänzerische Gestaltung wirkt wieder zurück auf Seele und Geist und formt somit letztendlich auch deinen Körper neu.

Der Ganzheitlich-Kreative Tanz lebt nicht von fixierten Bewegungsabläufen, sondern von der Kreativität und Schöpferkraft jeder einzelnen Tänzerin. In der Ausbildung machst du vielfältigste Tanz- und Bewegungserfahrungen sowohl in der Eigenarbeit als auch immer wieder im Partnerinnen- und Gruppenkontext.


Die Ziele der Ausbildung bestehen zusammengefasst darin ...

  • ... deinen eigenen Körper als Instrument des Tanzes zu entdecken, wahrzunehmen und auszubilden,
  • ... mit diesem Instrument zu spielen und Erfahrungen der inneren und der äußeren Welt damit auszudrücken.
  • ... dich durch Tanz und Bewegung einem Partner oder der Umwelt mitzuteilen, dich mit einer Gruppe durch Bewegung auseinander zu setzen und dich dabei verstanden und akzeptiert zu fühlen,
  • ... und auf all diesen Erfahrungen fußend eine breit gefächerte berufliche Kompetenz zu erwerben, sodass du später fundiert und sicher die unterschiedlichsten Gruppen in Ganzheitlich-Kreativem Tanz unterrichten kannst.
Holistisches Lernen und die Verknüpfung von Theorie und Praxis liegen dem Konzept zugrunde, sodass sich theoretisches Wissen durch praktisches Tun, Selbsterfahrung und Experimentieren mit dem Unterrichtsstoff automatisch einprägt und festigt. Zur Vermittlung des Lernstoffes fließen u.a. verschiedene Techniken aus NLP, Kinesiologie und andere Verfahren des ganzheitlichen und gehirngerechten Lernens mit ein.

Das Erfahrungsfeld der Gruppe
Individuelle Erfahrungen der Teilnehmerinnen sind in der Ausbildungszeit ebenso wichtig wie das Erleben in der Gruppe. Wir gehen von der Idee aus, dass jeder, der Gruppen leitet, einmal selbst intensive Gruppenerfahrung gemacht haben sollte, und die Themen Gruppenprozesse, Gruppenphasen und entsprechendes pädagogisches Vorgehen sind ein wichtiger Grundstein der Ausbildung.
Deshalb ist deine Bereitschaft, dich auf diese Prozesse einzulassen und dich selbst in die Gruppe einzubringen, von großer Bedeutung.

Praktische Ausbildungsthemen sind z.B. …
… Seminaraufbau in Theorie und Praxis, Grundformen der Bewegung, Raum- und Zeiterfahrung, Bewegungserziehung und ganzheitliches Körperbewusstsein, Raummotive, Raumebenen, Körperebenen, Rhythmus- und Antriebslehre, Entwickeln von Choreografien aus Texten, Bilderbüchern u.ä., Entwickeln von Tanzsequenzen aus dem persönlichen Erleben, Ausdruckstanz, Malen und Kreatives Gestalten in Verbindung mit Tanz, Rhythmus, Atem und Stimme, spirituelle Themen, Einblicke in die feministische Tanzpädagogik, Ritueller Tanz, Meditativer Tanz etc.

Pädagogische Inhalte sind  u.a. …
… methodisch-didaktische Vorgehensweisen in der tanzpädagogischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Gruppenphasen, Gruppenführung, Methoden der Bewegungsanleitung, Gesprächsführung und deren zielgruppenorientierte Anwendung.

Durch die Selbsterfahrung und die eigene theoretische sowie praktische Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsstoff lernst du im Laufe der Ausbildung, deine eigenen motorischen, tänzerischen, kreativen, methodisch-didaktischen und persönlichen Kompetenzen zu erweitern. Die enge Verzahnung von theoretischem Fachwissen und dem persönlichen Erfahren und Erarbeiten der Lerninhalte durch praktisches Tun ermöglichen dir eine intensive Verinnerlichung des Lernstoffes.

Wesentliches Ziel der Ausbildung ist die Herausbildung deines eigenen tänzerischen und tanzpädagogischen Stils, der deine individuellen körperlichen, seelischen und kreativen Voraussetzungen bzw. Interessen mit einbezieht.
Im Vordergrund steht hier nicht primär Leistungsorientierung, sondern vielmehr Spaß am Tanz, Entdecken deiner eigenen Ressourcen sowie Gruppen- und Selbsterfahrung im tanzpädagogischen Kontext.

Du hast im Laufe der Ausbildung zum einen die Möglichkeit, eigene bisher gemachte  Tanz- und Bewegungserfahrungen zu reflektieren, zu verfeinern und in die Ausbildung zu integrieren.
Zum anderen bieten wir dir immer wieder Raum, Förderung und vielfältige Impulse, um neue künstlerische und tänzerische Begabungen und Neigungen zu entdecken und diese weiter zu entwickeln. Du er-lebst deine vielleicht noch schlummernden Potenziale, findest deine eigenen Stärken und Neigungen und klärst für dich die Frage, was dich im Tanz erfüllt  So findest du in der Ausbildungszeit immer mehr zu einem authentischen tanzpädagogischen Arbeiten als Ausdruck deiner Selbst.


Weitere Ausbildungsinhalte sind …
  • Kenntnisse von Methodik und Didaktik der Tanzpädagogik in Theorie und Praxis
  • Kennen lernen bedeutender Vertreter der Tanzpädagogik und deren Konzepte
  • Einblicke und kreativer Umgang mit den grundlegenden Elementen von Bewegung und Tanz (z.B. Körper, Kraft, Fluss, Zeit , Raum etc.) nach der Bewegungslehre von Rudolf von Laban
  • Selbsterfahrung der Bewegungslehre im Tanz als Grundlage für späteres tanzpädagogisches Handeln 
  • Auseinandersetzung und Selbsterfahrung mit Gruppenarbeit und Gruppendynamik
  • Förderung der eigenen Kreativität, Tanzfreude und Phantasie 
  • Erweiterung der eigenen motorischen und tänzerischen Kompetenz durch die praktische Erfahrung verschiedener Tanztechniken 
  • Verbindung von Kreativem Tanz mit anderen Ausdrucksmöglichkeiten wie Malerei, plastischem Gestalten u.ä.
  • Tanz in Kombination mit Stimme und Gesang, Verwendung von Rhythmus- und Orffinstrumenten und anderen musikalischen Medien 
  • Tanz mit Alltagsgegenständen 
  • Tanz mit „klassischen“ Medien wie Rhythmiktüchern, Reifen, Rhythmikstäben ... , 
  • Kennen lernen verschiedener Möglichkeiten von tänzerischer Gestaltung und Choreografie 
  • Reflexion der eigenen tanzpädagogischen Praxis

Am Ende der Ausbildung bist du in der Lage, selbstständig tanzpädagogische Einzelarbeit, Lehrveranstaltungen, Projekte und Kurse mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen durchzuführen.

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